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Darum wäscht man zwischen Weihnachten und Neujahr keine Wäsche

2019-01-08T08:49:48+02:0028. December 2018|

Von dem Brauch, dass zwischen den Jahren keine Wäsche gewaschen werden darf, haben wohl die meisten schon einmal gehört. In einigen Haushalten wird die Waschmaschine gegen Ende des Jahres auch heutzutage tatsächlich nicht angestellt. Doch was hat es eigentlich mit dem Brauch auf sich, der Menschen seit geraumer Zeit dazu bringt das Waschen einzustellen?

Aberglaube rund um die Rauhnächte

Abgeleitet von einem germanischen, vorchristlichen Brauchtum sollen in den Nächten zwischen dem Tag der Wintersonnenwende (21.Dezember) und Neujahr beziehungsweise abhängig von der jeweiligen Region zwischen Weihnachten und Neujahr oder dem Tag der Heiligen Drei Könige (6.Januar) besonders viele dunkle Mächte aktiv seien. In den sogenannten Rauhnächten sollen der Überlieferung nach Dämonen, böse Geister oder die “wilde Jagd”, bei der es sich einer Volkssage nach um eine am Himmel umherziehende Höllentruppe handelt vor der es sich zu schützen gilt, viel Unruhe stiften und großes Unheil hervorbringen.

Wäsche waschen in den Rauhnächten

Um sich vor den dunklen Mächten zu schützen, sollen die Menschen nach der Überlieferung in der Zeit der Rauhnächte bestimmte Verhaltensregeln beachten. So soll beispielsweise keine schwere Arbeit verrichtet werden und auch Wäsche soll nicht gewaschen und schon gar nicht zum Trocknen aufgehängt werden, da da sich die bösen Geister und allen voran die “wilde Jagd” in der Wäsche verfangen könnte. Dabei scheint die Angst, dass die Wäsche von der Leine gerissen und verdreckt oder zerrissen werden könnte eher nebensächlich.

Denn dem Aberglauben nach sollen die bösen Geister und wilden Reiter, die von der Wäsche angezogen werden, die Wäsche von der Leine klauen und als Leichentuch verwenden, da sie den Besitzer der Wäsche im folgenden Jahr mit Krankheit und Tod verfolgen. Weil Wäsche waschen lange Zeit alleinige Aufgabe der Frauen war, waren es die Frauen, die einer besonderer Gefahr ausgesetzt waren, so der Glaube. Um kein Unheil heraufzubeschwören sowie die Bestrafung der erbosten Geister zu verhindern, verzichtete man also darauf die Wäsche in der Zeit der Rauhnächte zu waschen und aufzuhängen.

Pragmatische Erklärung für das Waschverbot

Auch wenn die Begriffsherkunft nicht eindeutig geklärt ist, kann davon ausgegangen werden, dass die sich die Begrifflichkeit “Raunächte” von dem Begriff “Rauchnächte” ableitet. Traditionell wurden zwischen Weihnachten und Silvester lange Zeit sowohl Häuser als auch Ställe mit Weihrauch und anderen Kräutern ausgeräuchert, um sich vor bösen Geistern zu schützen und gut ins neue Jahr zu starten. Da frische Wäsche, die zeitgleich zum Trocknen im Haus aufgehängt wird den Rauchgeruch aufnehmen würde, kann hier eine pragmatische Erklärung für das Waschverbot gesehen werden.

Festhalten an der Tradition: Keine Wäsche zwischen den Jahren

Selbst wenn sich das Problem mit dem Wäsche waschen und aufhängen zwischen Weihnachten und Silvester spätestens mit der Erfindung des Trockners von selbst gelöst haben müsste, bleibt auch heutzutage in nicht wenigen Haushalten die Waschmaschine zwischen den Jahren aus. Zugegeben, die Angst vor bösen Geistern und Unheil spielt dabei vermutlich einer eher untergeordnete Rolle. Nichtsdestotrotz ist es aber auch einmal ganz schön die Arbeit mit der Wäsche ruhen zu lassen und die Zeit zwischen den Jahren entspannter anzugehen. Wer aber dennoch frische Wäsche benötigt, für den kann die Nutzung einer professionellen Textilreinigung eine geeignete Lösung darstellen.

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